Wir sind zurück und das fühlt sich gut an!

2017 49er 01Die wohl extremste Weltmeisterschaft in der schnellsten olympischen Einrumpfbootsklasse ist Geschichte. Wir konnten nur an drei von sechs geplanten Wettkampftagen segeln. Aber die hatten es in sich!

Die Titelkämpfe fanden im Revier vor Porto in Portugal statt. Da unsere bisherige Saison stark von Studienverpflichtungen und anderen Segelprojekten geprägt war, hatten wir uns für eine sehr frühzeitige Anreise entschieden. Zwei Wochen vor Beginn der eigentlichen Regatta fingen wir an Wind, Welle und Strom zu analysieren und unser neues Boot zu optimieren. Die ersten Tests verliefen überaus erfolgreich und vielversprechend. Wir hatten direkt ein sehr gutes Gefühl mit dem neuen Boot und konnten uns von Beginn an auf Augenhöhe mit den internationalen Top-Seglern messen.

Wir fühlten uns bereit für die WM und haben uns sehr gefreut gegen die absolute Weltspitze antreten zu dürfen. Die Vermessung des Bootes hat ebenso gut funktioniert wie die Umsetzung unserer umfangreichen WM-Vorbereitung. Die Vorzeichen standen auf reichlich Regatta-Action. Das Revier vor Porto ist bekannt (und beliebt) für seine stabile Thermik. Normalerweise gibt es hier Wind satt. Wie gesagt: normalerweise...

2017 49er 02Doch dann folgte das: Die WM begann ohne Wind. Tag 1 begrüßte die 81 49er-Crews und die 56 49erFX-Teams mit kompletter Stille. Und damit nicht genug: An Tag 2 gesellten sich zur totalen Flaute auch noch dicke Nebelschwaden. So begannen die Welttitelkämpfe mit zwei ausgefallenen Renntagen. Aus einer potenziell grandiosen Serie wurde einer der verrücktesten Wettkämpfe, an denen wir je teilgenommen haben.  Aufgrund der reduzierten Anzahl von Einzelrennen lagen die Spitzenteams von Beginn an eng beieinander. Als später sogar noch ein weiterer Tag aufgrund zu stürmischer Winde gestrichen werden musste, stand fest: Die WM musste mit 50 Prozent ihres ursprünglichen Zeitfensters auskommen. Am Vorschlussabend trennten nur zehn Punkte die Crews auf den Plätzen 1 bis 10. Damit war auch klar, dass es am Finaltag heftig zur Sache gehen würde und noch alles drin war.

2017 49er 03Für uns lief der Finaltag medium bis gut. Der stark zunehmende Wind forderte die 20 Finalisten in der Goldflotte bis zum Äußersten. Auch uns. Die Rennen verliefen unglaublich spannend. Schon im ersten Durchgang des Tages passierten 20 Boote die erste Bahnmarke binnen 15 Sekunden! Für uns war dieser Tag der sportliche Höhepunkt der WM, die wir – leider ohne Medaillenrennen, die nicht mehr ins Zeitfenster passten – als Sechste punktgleich mit unseren Kieler Trainingspartnern Justus Schmidt und Max Boehme (5.) mit einem weinenden und einem lachenden Auge beendet haben. Beide deutschen Teams hatten nur vier Punkte Rückstand auf die Medaille. Daher das weinende Auge.

2017 49er 04Doch wir müssen auch realistisch und fair bleiben: Wir sind mit Verspätung in die Saison eingestiegen und es wäre mit Blick auf unsere stärksten Top-Konkurrenten vermessen, dann gleich wieder ganz oben einsteigen zu wollen. Das lachende Auge hat aber auch seinen Grund: Wir sind dran, wir sind wieder da, wir konnten direkt weit vorne wieder einsteigen. Es war ein spektakulärer Wettkampf, an dem wir viel Spaß hatten. Unsere Motivation für die Olympia-Kampagne mit Kurs auf Tokio 2020 könnte nicht größer sein. Wir freuen uns schon auf die nächste Gelegenheit, bei der wir das Podium wieder attackieren können.

Vielen Dank
an unsere Partner, Fans und die Medien für die vielen schönen Botschaften, das Daumendrücken und die gute Berichterstattung!

Erik und Tomi

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