Die Saisonplanung findet bei mir immer Anfang des Jahres statt, wenn alle Termine klar sind, unabhängig von Wind und Wetter. Da die Europameisterschaft dieses Jahr in Österreich ziemlich früh im Mai stattfindet, wollten wir gleich mit einer Regatta beginnen und nicht wie die letzten Jahre in Kiel mit einem ruhigen Training zum Einstand.

Die Anreise konnte leider erst Donnerstagnacht beginnen, weil Svenja bei der Kabinenparty ihrer Fußballmannschaft nicht fehlen durfte. So kamen wir mit Stau erst um halb fünf in Tegel an. Ein paar Stunden Schlaf mussten reichen, schnell Boot aufgebaut und rauf aufs Wasser. Wetter gut, bisschen hängen um die Wintermüdigkeit aus den Beinen zu schütteln und nach 2 anspruchsvollen Wettfahrten, die für den Anfang auch reichten, ging es wieder an Land. Der Abend war ruhig, die meisten Einheimischen fuhren leider (wie immer) nach Hause. Ok, wir hatten etwas Schlaf nachzuholen, von daher war uns das dann auch egal.

Samstag hatte der Wind dann leider noch weiter auf Nord gedreht, sodass er ziemlich quer zum See kam. Schlechte Richtung hörte ich, kam mir irgendwie bekannt vor. Naja, es kam wie es kam, Glück und Unglück lagen sehr eng beisammen. Aufmerksames Segeln und viele Manöver waren angesagt - deswegen waren wir ja nach Tegel gekommen. Wieder ging es nach nur 2 Wettfahrten an Land. Man hatte Zeit in Ruhe zu duschen und Gespräche zu führen. Auf der Terrasse vom TSC ließ es sich in der Sonne gut aushalten. Nach einer kleinen Stärkung gab es auch Freigetränke, die erstaunlich lange hielten - warum wohl?

Nach einer kurzen Nacht wurde Sonntag noch ein Lauf angeschossen. Die ersten Boote in der Gesamtwertung lagen sehr dicht zusammen, sodass noch vieles möglich war. Möglich war auf dem Wasser auch alles und wenn ich alles sage, dann meine ich das auch so. Nachdem wir uns an der Luvtonne verschätzt hatten, kringelten wir und hatten das Feld erstmal aus den Augen verloren. Eine halbe Runde später waren wir wieder in der Spitzengruppe und noch eine viertel Runde später eigentlich beruhigend erster. Diese Position ließ sich trotz aller Routine nicht halten, sodass wir nur kurze Zeit später zehnter waren. So ging es auf und ab, meine Laune näherte sich dem Tiefstpunkt und wenn Svenja ja gesagt hätte, wären wir abgebogen. So hielten wir eisern 5 Runden durch, gut fürs Fahrtenbuch, schlecht für die Nerven. Im Ziel angekommen stellte sich zu allem Unheil noch die Frage: Artikel? Ein Unheil kommt selten allein, wie ihr seht! Nur gut, dass jetzt schon 2 Tage vergangen sind...

Ich weiß, dass Wettfahrtleitung nicht immer ganz einfach ist auf solchen Revieren, aber die Grundüberlegungen einer Wettfahrt: Den Bug auf der Kreuz wechseln und auf den anderen Kursen Spi fahren waren doch nicht immer gegeben. Nach einer netten Preisverteilung mit Ostereiern traten wir den Heimweg an. Die Fahrt war diesmal problemlos ohne Staus. Eine kurze Pause streuten wir ein, um die Endphase des Handballspiels THW Kiel - Rhein Neckar Löwen auf dem Smartphone zu sehen. Auch wieder nichts für schwache Nerven!

Fazit: Wir sind an allen 3 Tagen gesegelt, Boot läuft noch, die Knochen müssen noch etwas geschmeidiger werden - Pirat segeln macht Spaß! Was ich allerdings nächstes Jahr Ostern mache, kann ich erst Anfang des nächsten Jahres sagen, wenn alle Termine stehen!

Karsten "Butze" Bredt (GER 4452)

 

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