Das 2. Laser-Match-Race des TSC, 19.-20. August

"Die Wettfahrtleitung ist in Urlaub. Irgendwo Schweinswale jagen in der dänischen Südsee.", so hört man durch den Schuppen des TSC. "Doch zum Laser Match Race sind sie wieder da, ja das geht los, kannst Dich ja oben eintragen." Die Liste an der Terassentür wurde länger. Helden der Großschot und Heroinen des Unterliekstreckers standen darauf, insgesamt 24 wackere Streiter wollten sich am Samstag morgen messen und selbst die Navy war in Mütze und Schwimmweste vertreten.

Schnell wurden die 4 Laser geriggt; der Ponton mit Stühlen und den Wettfahrtflaggen geschmückt und vor den Hafen geschleppt. Auflandiger Wind ließ den Up-and-Downkurs vom Hafen in die Mitte der Malche führen. Haukes X79 wurde in eine Db79 Disco transformiert, die vielleicht nicht so schnell und weit segelt (vor allem wegen der ganzen Verkabelung an Land), dafür aber ganz nett dröhnt. GFK gives the groove! Da die Wettfahrtleiterin hochpolitisch die Berliner Bürgermeister in die heiße Phase des sportlichen Wahlkampfes führte, übernahmen der Junior-Manager "Wettfahrt" Kai mit dem -dank der Schweinswaljagd- hauptamtlichen Vor-Organisator Flo Duwe Startflagge und Stoppuhr und ließen die Spiele beginnen. In drei Gruppen wurden in Vorläufen die Teilnehmer gegeneinander im Match-Race-Modus gestartet und ersegelten so eine Tabelle, deren besten sich für die Finalläufe qualifizierten. Bei mäßigem, böigem Wind kamen die Laser rasch voran, doch machten die Bedingungen auch einigen schon ganz gut zu schaffen, so dass die ersten Kenterungen die allgemeine Heiterkeit und Schadenfreude auf der VIP-Tribüne des Kopfsteges erregte. Doch warme Temperaturen und die trocknenden Sonnenstrahlen vom blauen Himmel ließen alle ungewollten Bootsbewegungen um die Längsachse unproblematisch abgehen. Nach drei Durchgängen in den einzelnen Gruppen wurde der erste Race-Day für abgeschlossen erklärt, denn schließlich war Abends das TSC-Sommerfest und so mancher wollte sich vorher noch das letzte Seegras aus den Augenbrauen zupfen.

Der nächste Morgen versprach erneut schöne Sonne, doch war etwas mehr Wind im Tagesangebot. Das Sommerfest hatte zwar bei einigen wackeren Helden und Amazonen sichtbare Spuren hinterlassen, doch alle warteten voller Vorfreude auf den letzten Durchgang der Gruppenrennen. Die Wettfahrtleitung wurde
wieder in die erfahrenen Hände der aus dem politischen Berlin erfolgreich zurückgekehrten Senior-Director "Wettfahrt" Jessi gelegt, die in gewohnt professioneller Weise die Wettstreiter auf den Kurs schickte. Der Wind nahm zu und ermöglichte Laser-Segeln von seiner schönsten Seite: Gleitfahrten, hochbordiges Ausreiten, schnelle Wenden und sportliche Halsen begeisterten das überaus fachkundige Publikum, Luv-Kenterungen und Sonnenschüße erfreuten die nicht immer ganz unparteiischen Fans auf dem Steg und der Terasse.

Die ersten Finalläufe bestritten Felix, Flo, der sich erst in zwei extrem spannenden Ausscheidungsrennen gegen Tim Freiheit durchsetzen konnte, Kai, Olaf, Moni Berger und Helmut. Im KO-Verfahren wurden die Finalisten ermittelt. Felix, Olaf und Helmut konnten zeigen, dass sie das Zeug für die ersten drei Plätze hatten. Das Finale war spannend und umkämpft, Helmut und Felix lieferten sich Laser-Segeln vom Feinsten, wobei Felix schließlich das bessere Ende für sich behielt und den Sieg errang. Auf die Plätze kamen Helmut und Olaf, gefolgt von Flo, Moni und Kai.

Nachdem die letzten Wendemanöver diskutiert, alle Laser wieder an Land und eine X wieder eine X und kein Dezibel-Wunder war, erhob Jessi den Olympioniken in den Laser-Olymp, indem er aus der Hand der Vorjahressiegerin den Wanderpreis des Match-Races erhielt. Eine gelungene und schöne Regatta wurde lautstark beendet und soll im nächsten Jahr wiederholt werden. Und um in der Zwischenzeit keinen Anflug von Anrostung aufkommen zu lassen, bietet Flo ein Senioren-Regatta-Training an. Obwohl von Spöttern schon als "Sarg-Segeln" abgetan, freuen wir uns auf die Möglichkeit auch als der Jugendabteilung Entwachsene, endlich mal wieder auf kleinen Jollen zu pinieren und zu prüfen, ob der Drill der frühen Jahre inzwischen zu seglerischer Überlegenheit gereift ist.

Kai Jürgens

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