Jüngstenfestival von TSC und CNFT

„Also, Schatz, 1 Kind das wäre ja was, ach und zwei wären doch auch ganz nett...“, so mag sich manch folgenschwerer Abend in einer jungen Beziehung abspielen. Bei dem Wettfahrtleiterpärchen Kai und Jessi vom TSC gibt man sich mit so was jedoch nicht zufrieden: „Also, Schatz, bis heute sind es 120 Kinder...“ Uff!

Nun gut, der Vorteil gegenüber eines Standardfamilienplanungsprogramms ist sicherlich, dass die beiden die Gören nach 48 Stunden wieder los sind, denn schließlich wollen die Kinder nur beim Jüngstenfestival segeln. (und das ist auch sehr gut so!) Mit 41 Meldungen der Opti A und 40 Meldungen der Opti B Gruppe, war das Feld im Vergleich zum letzten Jahr massiv angewachsen. Zwar kamen bei den Teenys in diesem Jahr nur 18 Boote, doch bot das Feld der 100 Boote mit knapp 120 Kindern einen tollen Anblick.

Die Vorbereitung erfolgte (inzwischen) durchaus routiniert: Pokale für die Sieger, T-Shirts für alle und eine reichhaltige Tombola sammelten sich am Freitag vor dem Event auf den eilig zusammen geschobenen Tischen der Terrasse in der Sonne. Unter den Praddeln und Schoten, die als Preise ausgelobt waren, fanden sich auch zwei Diktiergeräte. Diese sollten auf dem Start- und Zielschiff die Erkennung von Frühstartern und Zieldurchgängen erleichtern, ein weiser Entschluss, wie sich zeigen sollte. Generalstabsmäßig bauten Marina, Heike und Gerlinde ihre Anmeldestände auf. Doch Freitagabend blieb es noch ruhig. Nur wenige Eltern meldeten ihre Kinder an, alles im grünen Bereich.

Samstag morgen frühstückte die Wettfahrtleitung mit einem wachsamen Blick in den sonnendurchfluteten Garten. Alle Wetterstationen hatten 3-4 Bft Wind angesagt, doch kein Blatt regte sich. Die Sonne schien von einem aufgeräumten Himmel und versprach einen wunderschönen Tag. Und so war es auch am TSC, keine noch so leichte Regung auf dem Wasser. Wo war der Wind? Der DLRG kam aus der Forsthausbucht, legte an und meinte zu Jessi, sie solle vorsichtig sein, es gäbe eine Windwarnung, Hagel und Gewitter lägen in der Luft. Wir sahen uns an, blickten auf den See, und zweifelten. Man konnte sich im Wasser spiegeln, Hagel, Sturmböen?? Die Steuermannsbesprechung war eine Stunde später. Jessi erklärte nochmals den inner und outer Loop eines olympischen Trapezes inklusive der dafür vorgesehenen Flaggen Oscar und Romeo. Derweil zog eine hohe Schleierbewölkung auf. Startverschiebung, die Bewölkung wurde dichter, doch noch kein Wind. Aus lauter Langeweile waren die meisten Optis schon auf der Malche. Eine weitere Stunde später, gegen 12 Uhr kam der Wind. Startverschiebung runter, Lima hoch und alle Mann raus. Die Armada der kleinen Boote, von Mama und Papa mit den besten Wünschen, jeder Menge gedrückten Hand- und Fußendstücken, sowie reichlich feuchter Bussis aufs Wasser geschickt, nahm Kurs auf die Seemitte. Vorne weg brauste die „Macho“ als Startschiff mit den beiden Tonnenlegern (nochmals ein Dank an den JSC für den zweiten Gummirutscher) als Eskorte Richtung Hasselwerder. Der Wind kam konstant von der Liebesinsel und frischte langsam auf. Schnell waren die Tonnen für das Trapez im Wasser und Michael Dienst hatte mit seiner Randmeerjolle die Startlinie gelegt. Die letzten Optis waren kaum im Startbereich angekommen, als auch schon die Startphase begann. Zunächst wurden die Teenys auf den outer Loop geschickt, schnell kreuzten sie zur Tonne 1, der Wind war toll. Dann die Opti A, sie sollten auf den inner Loop. Und dann die Opti B, Start geglückt, alle auf Kurs. Doch was war das? Die Opti A fuhren hinter den Teenys her! Outer Loop, alle falsch!! Und konsequent, alle Opti B gingen auf den inner Loop! Was sollte die Wettfahrtleitung tun? Alle Optis disqualifizieren, weil falscher Kurs? Weiterlaufen lassen? Während auf dem Startschiff Jessi mit Felix Krabbe, als Schiedsobmann, noch diskutierte, rief Hanne (oder Statist) vom Achterdeck: „In Böen 7 Bft!! Regen setzt ein! Die DLRG hat ja doch recht mit Gewitter und Sturmwarnung!“ Derweil gingen die Teenys in Ziel. Die ersten Optis kenterten. Jessi brach konsequent die Wettfahrt für die Optis ab und schickte sie zunächst zurück an Land. Sicherheit geht halt vor und keiner hatte Lust 80 Opti-Kids aus einem Gewitter bergen zu müssen.

Doch die Front war schnell durch und das Wetter beruhigte sich wieder. Der Wind stabilisierte sich bei 3-4 aus SW und so kamen alle nach einer Stunde Ruhe an Land wieder auf den See. Der Kurs war dem Wind angepasst worden und schnell konnte wieder gestartet werden. Eine tolle Wettfahrt krönte den ersten Tag.

Sehr zufrieden kamen alle Boote am Abend in den Hafen, doch schon begannen die üblichen Diskussionen. Ein Opti wird ja bekanntermaßen von mindestens 4 Personen gesegelt: Neben Vati, Mutti und Trainer verblasst der kleine Protagonist dabei nur allzu oft. So war es immer und wird es wohl auch immer sein. Wenn das auch noch durch Bezirkstrainer mit inkompetenten persönlichen Umgangsformen gewürzt wird, muss man als Veranstalter ein dickes Fell haben (und ein gutes Team natürlich) um ruhig zu bleiben.

OCS hin oder her, die Hauptpersonen erfreuten sich an jeder Menge Spaghetti (Dank sei Judith, Gerlinde, Marina und der Crew!) und einer üppigen Tombola und hatten jede Menge Spaß!

Tags drauf wollte sich das Wetter für die Eskapaden des Vortrages wohl entschuldigen. Der Wind weht mit gleichmäßigen 3 Bft aus der Försterbucht und machte den Tonnenlegern die Arbeit leicht. Von Herlitz bis zur Försterbucht und von der Wasserskistrecke bis zum Strandbad und beschlagnahmte die Wettfahrtleitung den gesamten nördlichen See. Diesmal waren alle aufmerksam und fuhren auf die richtigen Kurse des Trapezes. Am verwunderlichsten war jedoch die sehr gesittete Startmoral aller Teilnehmer. Während man in den Vorjahren bei Opti-Starts eher das Gefühl hatte, in einen Haufen messerwetzender Seeräuber geraten zu sein, die jeden Milliliter Seewasser zur Linie mit Zähnen und Klauen verteidigen würden, zeigten die Jungsegler wahre Seemanschaft an diesem Tag und ließen die Startlinie tatsächlich bis zum Schuss unangetastet (naja, jedenfalls fast...). Schon am frühen Nachmittag waren die Teenys und Opti A insgesamt 5 Wettfahrten gesegelt, die Opti B wurden mit 4 Kursen wieder an Land geschickt.

Dort mit Kuchen reichhaltig versorgt (Nochmals einen großen Applaus an alle die, die dem Backwahn erlegen waren!) konnten die silber-blauen Pokale an die verdienten Sieger überreicht werden. Das waren bei den Teenys Daniel und Miriam Hoffmann (BSV) vor Judith und Jonas Torka (YCM) sowie Enno und Theo Trebs (TSC). Bei den Opti A siegte Paul Preuß (JSC) vor Enrico Schütz (JSC) und Roman Steinweg (PYC). Bester TSCer war Tim Freiheit auf Rang 12. Die Opti B Gruppe gewann Max Popken (TSC) (Nochmals ein Glückwunsch der Redaktion) vor Tim Wiegand (JSC) und Robin Sachs (SCW).

Wir freuen uns auf die Berliner Jüngstenmeisterschaft der Optis im September im TSC!

Kai Jürgens

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