Daten:

Wann?            01.12.2011- 18.12.2011
Wo?              Perth Australien, genauer Fremantle
Was?             Weltmeisterschaft aller olympischen Bootsklassen,
Wer?             Erik Heil und Thomas Plößel in der Bootsklasse 49er
Zielstellung?    Top 22

Bericht:

Die Weltmeisterschaft in Perth war die am größten aufgezogene Segelveranstaltung, die wir je gesehen haben! Als wir am 30. November anreisten, war uns klar, dass uns eine recht große Regatta bevorstünde. Bislang segelten wir erst eine Weltmeisterschaft und waren uns bewusst, dass es auf dem Wasser hart zur Sache gehen wird. Doch nicht nur auf dem Wasser wurde die WM erstklassig, auch an Land gab es ein unglaublich großes mediales Interesse an der Veranstaltung. Es gab einen Park, der zu einer kleinen Stadt, genannt "Sailors Village", umgebaut wurde und in dem sich viele Vertretungen von Verbänden, Fahrerlager, etc. befanden. Unter anderem war hier auch ein Fahrerlager des Sailing Team Germany vertreten, wo sich die Segler in Ruhe bei einem Getränk und einem kleinen Snack unterhalten konnten. Einen Tag nach unserer Anreise ging es dann auch schon zur Sache! Die Eröffnung stand an. Mit einem Bootsshuttle wurden wir über den Swanriver nach Perth gefahren, wo sich die Nationalmannschaften auf einer Parade präsentierten. Eigentlich eine sehr schöne Sache, nur leider hatten wir zu diesem Zeitpunkt eine senkrecht stehende Sonne, 31 Grad Außentemperatur und zwischen den Hochhäusern nicht ein kleines bisschen Wind, was die Temperatur mildern würde. Soweit so gut... Nachdem wir das geschafft hatten konnten wir damit beginnen uns auf die wichtigeren Dinge, das segeln, zu konzentrieren. Wir hatten nur eine Woche Zeit uns auf die Gegebenheiten einzustellen, doch von Anfang an lief es recht gut. Die ersten Tage waren, auch Aufgrund der Zeitumstellung sehr anstrengend und  daher segelten wir lediglich eine Einheit pro Tag. Da wir im Monat zuvor krankheitsbedingt sehr wenig auf dem Wasser waren hieß es hier schnell wieder ein gutes Gefühl für das Boot zu bekommen und bei dem normalerweise hier herrschenden "Fremantle Doctor" Sicherheit zu bekommen. Der "Fremantle Doctor" ist übrigens ein Thermikwind, der sich meist über den Tag mit Wind von 15 -30 Knoten durchsetzt. Leider hatten wir in unserer ganzen Vorbereitungswoche nur einmal den "Doctor", was uns nicht das beste Gefühl für den Regattabeginn gebracht hat. Am 12.12. war der erste Wettfahrttag angesetzt. Für die darauffolgenden 6 Tage waren 15 Wettfahrten + ein Medalrace (Race der Top 10) geplant. An jedem Tag wurden 3 Wettfahrten angesetzt. Am ersten Regattatag gab es gleich von Anfang an sehr starke Winde mit denen wir zurechtkommen mussten. Es lag ein Tiefdruckgebiet mit Gewitterfronten um Frematle. Dieser Tag lief sehr gut.

Wir haben gut in den Rhythmus der Fronten hineingefunden und lagen mit drei guten Platzierungen auf dem Gesamtrang 8. Am nächsten Tag ging es etwas schlechter, doch auf guten Niveau für uns weiter. Zwar rutschten wir auf den 17. Platz (69 Gesamtteilnehmerzahl) zurück, doch waren wir von denPunkten her noch sehr gut dabei. Am dritten Qualifikationstag ereigneten sich erstaunliche Dinge. Der Wind war sehr wenig, sehr drehend, sehr inkonstant.Eigentlich sehr untypisch für Fremantle. Trotzdem wurden an diesem Tag Rennen angeschossen, in denen wir uns sehr gut anstellten. Normalerweise ist die gerade geschilderte Bedingung keine Paradedisziplin für uns. Da jedoch derGroßteil der internationalen Konkurrenz auf viel Wind spekuliert hat, sindviele Teams schwerer geworden und wir konnten dadurch im Mittelwindbereich Boden gut machen. Die folgenden zwei Tage blieben die Wetterverhältnisse ähnlich und wir bewiesen Tag für Tag ein gutes Händchen in der  Strategie. Dies lief sogar so gut, dass wir am vorletzten Tag der Fleetrennen auf dem Gesamtrang 6 lagen, was uns mehr als nur erstaunte. Die Punkte jedoch waren noch eng bei einander, sodass zwischen dem 6. und dem 15. Platz nur 13 Punkte lagen. Für noch drei verbleibende Rennen ein sehr unsicherer Punktestand. Am letzten Tag herrschten wieder anfänglich leichte Winde, jedoch hatten wir an diesem Tag nicht den nötigen Speed, um mit dem Feld mithalten zu können und fielen auf den 11. Gesamtplatz zurück.  Damit sind wir bestes deutsches Team bei der WM im 49er. Trotz des letzten Tages, der nicht absolut einwandfrei verlaufen ist, war die WM die erfreulichste und erfolgreichste Regatta für uns in diesem Jahr. Wir hatten ein hochklassiges Feld an Konkurrenten und konnten trotz der wirklich kurzen Vorbereitung vor Ort unglaubliche Ergebnisse einfahren. Wir sind überglücklich mit dem Verlauf der Regatta, sowie der ganzen Saison und hoffen, dass wir im nächsten Jahr daran anknüpfen können.

An dieser Stelle möchten wir all denjenigen danken, die uns bei unserem Projekten Unterstützen. Ohne die vielen helfenden Hände um uns herum, unseren Partnern und Supportern wäre die Saison nicht denkbar gewesen!

Wir wünschen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Erik und Tomi

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