Bericht über die Teeny-Saison 2002

Zunächst möchte ich einmal kurz unser Teeny - Team vorstellen, da dem ein oder anderen aus dem Verein sicher noch nicht alle Namen ein Begriff sind.

Wenn ich also in der Folge von WIR rede, dann sind das: Jan Dethlefsen, Jeronimo Landauer, Erik Heil, Thomas Plößel, Joris Maerevoet, Robert Will, Britta Heil sowie unser Gast aus dem CNFT, Julia Schneidereit und zu guter letzt als Chauffeur und Trainer meine Wenigkeit.

Wir haben die Saison angefangen mit einem Trainingslager in Warnemünde, was insgesamt eine überaus erfolgreiche Veranstaltung war. Wir haben dort die zwei wesentlichen Ziele, die ich mir für diese zwei Wochen gesteckt hatte mehr als erfüllt. Zum einen haben wir es geschafft eine Truppe zusammenzuschweißen, die 100 % zusammenhält und aus der die einen oder anderen Freundschaften gewachsen sind, die bis in die segelfreie Zeit hineinreichen.

Zum anderen aber was noch viel erstaunlicher war, haben wir es geschafft einen Ehrgeiz und eine Begeisterung für unseren Sport zu entwickeln, die vom Aufstehen am Morgen bis zum späten Abend reichte, so dass ich als Trainer des öfteren die Besprechung oder Videoauswertung unter Protest beenden musste weil die Schlafenszeit überschritten war.

Dies führte dazu, das wir seglerisch enorme Fortschritte gemacht haben und eine Motivation in uns entstanden ist, welche die gesamte Saison bis jetzt angedauert hat.

Unsere erste Regatta in Lübeck sollte zu nichts weiter dienen, als zum Aufdecken von Fehlern und Schwächen, die unter Druck und unter Wettfahrtbedingungen auftreten.

Davon haben wir auch mehr als genug gefunden, so dass wir bis zum ersten Berliner Vergleich beim Jüngstenfestival noch viel Arbeit vor uns hatten.

Mit der Leistung beim Jüngstenfestival wurde diese jedoch belohnt. Wir haben dort ziemlich für Überraschung und Erstaunen gesorgt, da wir zwar vom letzten Jahr als „Segler im ersten Drittel“ bereits bekannt waren, aber keiner mit einem solchen Leistungssprung eines gesamten Teams gerechnet hatte. Jeder einzelne von uns war in der Lage mit dem einen oder anderen guten Einzelplatz zu zeigen wozu er in der Lage ist.

Selbst unsere frisch ins Team gerückte Damenmannschaft konnte mit einem völlig sensationellen fünften Platz ein kleines Highlight setzen.

Am Alfsee denke ich hatten wir einen Höhepunkt der Leistungskurve erreicht. Die dort ersegelten Plätze, die vom Tagessieg bis zu Plätzen von drei der vier Boote unter Top Ten bei sage und schreibe 45 Booten reichten, ließen mich auf meinem Tretboot gar nicht mehr mit Lächeln aufhören, sofern es bei den Schmerzen in den Beinen denn möglich war.

Die Regatten am Stößensee und in Schwerin waren Abschluss eines Mammutprogramms, was wir bis dato mit teilweise 3 Wochen hintereinander unterwegs, bei “nebenbei” Schule und Uni, absolviert hatten. Die Ergebnisse von diesen beiden Regatten haben uns zu der überaus wichtigen Erkenntnis gebracht, dass man sich im Sport niemals auf geleisteten Erfolgen ausruhen kann, sondern dass nach einem Erfolg die Arbeit erst richtig los geht, da es viel schwieriger ist ihn zu bestätigen, als ihn einmal zu erbringen.

Das Zeichen haben wir denke ich ganz gut verstanden und somit noch genügen Motivation für die Vorbereitung auf den von uns erklärten Höhepunkt der Saison, zu dem sich alle vier Mannschaften (auch die Anfängermannschaft!!!) qualifiziert hatten, die Deutsche Meisterschaft am Alfsee.

Nachdem wir jetzt ein Jahr darauf hin gearbeitet hatten, durften wir uns nun endlich mit gesamt Deutschland messen. Dieser Kräftevergleich endete mit fünf Berliner Booten unter den ersten zehn der 64 Starter. Zwei davon waren TSC Boote aus unserem Team. Einmal der Deutsche Vizemeister, außerdem der 9. Platz und damit der 3. Platz (Bronze) der U-14 Wertung (Bilder).

Aber nicht nur die Leistung war es, die beeindruckte, sondern zusätzlich schauten nach längerer Zeit einmal wieder Segler, Eltern und Vereine aus ganz Deutschland auf ein Team, in dem jeder einzelne stolz war ein TSC’er zu sein und diesen auch würdig repräsentierte.

Bei keiner der offiziellen Veranstaltungen fehlte unser Vereinsstander, der tapfer geschwenkt wurde, auch die Teamkleidung wurde mit stolzer Brust getragen.

Um das Resumée zu schließen bleibt mir zu sagen, dass wir innerhalb eines Jahres den Anschluss an die nationale Spitze geschafft haben. Eine Spitze, die zwar vielleicht noch nicht ganz so leistungsdicht ist wie beispielsweise im Opti, wo aber Kinder segeln, die von klein auf mit dem Regattasport verbunden sind. Wir haben vor einem Jahr in Sachen leistungsmäßig Regatten segeln bei Null angefangen. Die Kids waren jedoch in diesem Jahr mit deutlich mehr Aufwand und Ehrgeiz als ein Großteil der anderen Segler bei der Sache, so dass dieser Rückstand durch viel Trainingsfleiß kompensiert wurde.

Das wichtigste jedoch bei allem ist, das wir uns nie den Spaß am Segeln haben nehmen lassen! Dass bei allen Veranstaltungen auf denen wir waren, das Verhältnis von Ehrgeiz und Spaß immer ausgeglichen war. Auch ein gewisses Maß an Chaos und Action gehörte immer dazu! Alle alteingesessenen TSC’er die uns im Laufe der letzten Zeit “ertragen” haben werden wissen was ich mit diesem Chaos meine. Man möge es uns nachsehen, denn nur das ist die Mischung, die zu Erfolg mit Kindern diesen Alters führen kann...

Vielen Dank für die Unterstützung und Geduld nicht aller, aber doch der meisten Mitglieder des Vereins.

Michael Koster

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