Liebe TSCer,

seit Beginn der Saison ist bei uns viel passiert. Wie einige schon mitbekommen haben sind wir in den 49er umgestiegen. Hier die ganze Geschichte.
Wir haben insgesamt an sieben Regatten teilgenommen und allein zu Trainingszwecken mehr als 200 Stunden mit unserem Boot auf dem Wasser verbracht.
Bis Anfang April waren wir hauptsächlich mit Kraft- und Ausdauertraining beschäftigt. Nur eine Woche Training Anfang Februar in Palma de Mallorca lockerte die Wintermonate auf. Bei diesem Training mussten wir jedoch auch Rückschläge einstecken.

Am vorletzten Trainingstag wurde die gesamte Trainingsgruppe von einer starken Sturmböe. Ein Boot wurde dabei auf die Mole geweht und komplett zerstört, unseres hat zum Glück nur kleineren Schaden genommen. Trotzdem mussten wir das Boot noch vor Ort in die Werft geben. Das kostete uns Geld und wertvolle Trainingszeit.
Zum nächsten Training und der Princess Sophia Trophy im April waren wir mit unserem Boot dann wieder einsatzbereit. Bei der fünftägigen Regatta ging es vor allem um die Umsetzung der im Training erlernten Techniken und Taktiken. Dadurch fuhren wir zwar keine Spitzenplatzierungen ein, hatten jedoch weniger Stress und mehr Lernerfolg.

Nach unserer Rückkehr vom Mittelmeer und einer Aufbauregatta in Schwerin begann auch schon die intensive Vorbereitung auf die Regattahöhepunkte (Welt- und Europameisterschaften der Junioren) im Juli und August mit Trainingslagern an der Ostsee und Müritz. Himmelfahrt wurden wir zum Training mit dem Bundeskader und internationalen Spitzenseglern aus Australien und den USA nach Warnemünde geladen und konnten so in kurzer Zeit viel Neues dazulernen.
Trotzdem war das allgegenwärtige Thema seit Beginn der Saison unser Crewgewicht. Obwohl wir kein Gramm Fett auf den Hüften hatten, waren wir inzwischen fast 20 Kilogramm schwerer als der Großteil unserer Konkurrenz. Wir beschlossen daher noch an der JWM und JEM der 470er teilzunehmen und danach in den rasanten und ebenfalls olympischen 49er wechseln.
Mit der Kieler Woche kam eine motivierende und attraktive, andererseits aber auch anspruchsvolle Regatta auf uns zu. Auch wegen des großen Rahmenprogramms freuen wir uns jedes Jahr aufs Neue nach Kiel zu fahren. Weil Thomas gerade sein Abitur machte und für eine Notenverbesserung noch eine Nachprüfung machen konnte, beschlossen wir nur die ersten vier Tage zu segeln und dann wieder abzureisen. Trotzdem hat sich die Regatta auf jeden Fall gelohnt: Zum einen haben wir mit den Einzelplätzen 4 und 5 unser Können unter Beweis gestellt und uns für die kommenden Events motiviert. Thomas hat seinen Abischnitt in der Nachprüfung auf 2,4 verbessert.
Als nächstes stand die Deutsche Meisterschaft der Junioren in Warnemünde auf dem Saisonplan. An den ersten beiden Tagen wurde wegen Starkwind nicht gesegelt. Die anderen beiden waren geprägt von lediglich mittlerem Wind und einer kurzen, steilen Welle - nicht gerade ideal für uns. Insgesamt segelten wir uns auf Platz elf - mit einem Tagessieg im letzten Rennen.

Im Anschluss an eine kleine Erholungspause Mitte Juli reisten wir schließlich hochmotiviert und toptrainiert zur JWM 2007 nach Bulgarien ans Schwarze Meer. Unser Ziel war es dort unter die ersten 25 (von 80) zu fahren. In den einzelnen Rennen schwankte unsere Leistung etwas: Vom hinteren Mittelfeld, den Top Ten und auch mal beim Kampf um Platz 1 - wir waren immer dabei. Nach sechs Wettfahrten waren wir genau 25. In der Finalserie war dann wieder weniger Wind - für uns also eher schlecht. Wir landeten am Ende auf dem 29.
Nach der für uns wirklich erfolgreichen JWM, bei der wir gezeigt haben, dass wir trotz des Gewichts doch an der Weltspitze dran sind, lautete die Parole bei der kommenden JEM in Medemblik / Holland "Spaß haben!". Nach dem wir uns dort nur für die Silbergruppe qualifizieren konnten, hatten wir immerhin die Möglichkeit diese leichtere Gruppe zu dominieren. Auch mit zwei Disqualifikationen wegen Frühstarts wurden wir noch 7. in der Silbergruppe und gesamt 46. von 117 Startern.

Endlich war es soweit: Sonntag, der 19. August; unser erster Tag auf dem 49er. Ein Schlüsselerlebnis für beide. Es ist schwer das Gefühl zu beschreiben, wenn nur ein Hauch von Wind in der Luft liegt und man trotzdem mit gefühlter doppelter Windgeschwindigkeit fährt. Die anderen Schiffe auf dem See scheinen zu stehen.
Wir werden von nun an möglichst oft mit dem 49er auf dem Wasser sein, um schnell den Anschluss an das nationale und internationale Niveau zu bekommen. Vom 28.09. bis 07.10. findet die Deutsche Meisterschaft mit vorherigem Sichtungstraining des Bundestrainers am Chiemsee statt. Danach wird über unsere Aufnahme in den Bundeskader entschieden.

Wir haben uns über die Unterstützung durch den TSC sehr gefreut und möchten uns dafür herzlich bedanken.
Mit sportlichen Grüßen

Thomas und Erik

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