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Den Neuseeländern auf den Fersen

2015 49er 03Die vier Wochen abwechslungsreiches und intensives Vorbereitungstraining haben sich ausgezahlt. Wir schließen die erste Ausscheidungsregatta für die Pre-Olympics mit einem erfolgreichen zweiten Platz ab. Nur die amtierenden Weltmeister aus Neuseeland Peter Burling und Blair Tuke waren besser. Sie sind seit nunmehr 17 Regatten ungeschlagen und das absolute Topteam unserer Bootsklasse.

Bereits am ersten Regattatag stiegen wir mit guten Einzelergebnissen als Zweite im Gesamtklassement ein und gaben diese Position bis zum Schluss nicht mehr ab. Die Bucht von Palma de Mallorca bot uns Wind aus wirklich allen Himmelsrichtungen. An jedem Tag musste anders an die Rennen herangegangen werden. Das „Mind-Setup", wie wir es nennen, spielte eine zentrale Rolle. Die Bedingungen an sich waren zwar nicht besonders anspruchsvoll, jedoch immer anders. An nur einem Tag herrschte der klassische Seewind vor, wie er sonst auch mal eine ganze Woche dominierende Bedingung sein kann. Bei Wind von null bis sechs Windstärken wurden alle Erfahrungen und Kenntnisse abgefordert.

piratentaufe 2015 01Es ist da schon einiges zusammengekommen in der stillen Bucht des Tegeler Sees am 29. März. Die Protagonisten sind: ein Häuptling, ein Pirat, Neptun und sein Freund, Rasmus, der Schutzpatron der Seeleute. Während Neptun im althergebrachten Gewand erschien, hatte Rasmus, wohl wissend was der Tag noch bringen wird, so eine Kleidung zwischen Krankenschwester und Küchenchef gewählt, so interpretiere ich jedenfalls dessen Tracht. Grund für den Aufmarsch dieser honorigen Gesellschaft im TSC ist eine Taufe mit entsprechender Überprüfung der Seetauglichkeit. Getauft werden sollte ein Pirat. - Um Missverständnissen vorzubeugen: Es ist der einzige Beteiligte, der nicht aus Fleisch und Blut besteht, sondern laut Gebrauchsanweisung zum Segeln, zum Schnellsegeln konstruiert wurde. Namensgeber oder besser, stolzer Eigner, ist ein Häuptling, das Oberhaupt der Piraten-Klassenvereinigung, Karl-Hermann, Kalle, Wildt. Dazu dann noch eine Jungfrau bzw. eine junge Frau, die traditionell den Taufakt vollziehen soll sowie viele Taufzeugen, Schaulustige.

Doch vor der Taufe steht das Examen. Zunächst erhält der „Delinquent" so etwas Ähnliches wie einen Doktorhut - oder besser gesagt wie eine Piratenperücke und ein rein-weißes, unbeflecktes Leibchen.

Am 14. Februar fanden sich 20, teilweise unausgeschlafene, TSCer und einige „Zugereiste" im Saal des Clubs ein, um in einem zweitägigen Kurs ihre Kenntnisse in erster Hilfe auf den Stand der Technik zu bringen oder aufzufrischen.

Jutta und ich waren dabei, denn seit Urzeiten hatten wir nicht mehr an einer solchen Veranstaltung teilgenommen.

Und es hat sich gelohnt!

1.hilfe 2015 dlrgZwei DLRG-Ausbilder erklärten kompetent das Verhalten bei Not- und Unfällen. Das begann mit dem richtigen Verhalten am Unfallort. Wir lernten u.a. was die gelben Nummern am Gefahrguttransporter bedeuten und wohin diese Ziffern gemeldet werden müssen. Selbstschutz, Anwendung der richtigen Hilfsmittel, neue sichere Seitenlage, richtige Verwendung vorhandener Mittel und, und und...

Ich kann nicht alles aufzählen, was uns in den zwei Tagen geboten wurde.

Dazu gehörten auch praktische Übungen zu Herzmassagen und künstlicher Beatmung. Viel Neues!

Sehr wichtig war z.B. die Erklärung des AED, Abkürzung für Automatisierter Externer Defibrillator.

Der richtige Umgang mit dem Gerät kann im wahrsten Sinne des Wortes Leben retten. Und uns wurden auch Defizite an Hilfsmitteln im Verein aufgezeigt. Ich möchte für Jutta und mich Dank sagen an die DLRG-Experten und an Peter, der den Kurs organisiert hatte. Es war keine verlorene Zeit.

Wolfgang Hertel

2015 49er 01Endlich stand uns in Miami die erste Worldcupregatta in der neuen Saison bevor. Denn nach einem intensiven und erfolgreichen Training auf dem Olympiarevier für 2016 in Rio bemerkt man, dass die Spiele 2016 immer näher rücken. Alle Topsegler sollten kommen, es wird nichts mehr ausgelassen und wir freuten uns auf ein anspruchsvolles und spannendes Event.

Gemeinsam mit unseren Teamkollegen Justus Schmidt und Max Boehme sowie unserem Trainer Thomas Rein reisten wir eine Woche vor Regattastart an um das uns unbekannte Revier kennenzulernen. Auf Grund von Zeitengpässen mit nachfolgenden Veranstaltungen charterten wir für diese Regatta ein Boot und versuchten auch dieses in den ersten Tagen kennenzulernen.

Anhand der Statistiken der letzten Jahre erwarteten wir Segeltage mit eher gemäßigten Bedingungen, was sich in diesem Jahr jedoch nicht bestätigte. Vor dem großartigen Panorama der Skyline von Miami segelten wir die ersten drei Tage bei sehr starken, böigen und drehigen Winden. Mit einem 4. Platz starteten wir trotz einer Kenterung eigentlich gut in die Regatta. Mit einer weiteren Kenterung, einem 10. und 20. Platz ging es leider nicht so gut weiter und wir beendeten den Tag gesamt auf Platz 13.

In der Yacht 1/2015 auf Seite 72 finden Bootseigner, die Antifoulinganstriche auf ihren Booten verwenden, einen Artikel, der den gegenwärtigen Stand bei der EU-Prüfung im Rahmen der Biozidrichtlinie beschreibt, und den ich zu lesen empfehle. Er bezieht sich auf das Pressegespräch auf der Hamburger Bootsmesse, an dem ich für den DSV teilgenommen habe und stellt insgesamt einen objektiven Bericht des Verlaufs dar. Ob allerdings wegen des erhöhten Wertes von Irgarol (s-Triazin) ein Verbot von biozidhaltigen AFs binnen notwendig ist, sei dahingestellt.

Nach Auskunft des Umweltbundesamtes wird der Wirkstoff wegen hoher Giftigkeit (Toxizität) und Schwerabbaubarkeit (Persistenz) sowieso nicht zugelassen und darf dann in Unterwasseranstrichen nicht mehr verwendet werden.

Wie in der Studie richtig angegeben wurde, ist eine einmalige Beprobung noch nicht aussagekräftig, aber das Problem wird sich mit dem bevorstehenden Verbot von selbst erledigen.

Für die mechanische Reinigung im Wasser gilt, dass derzeit ein Verbringen des anhaftenden Bewuchses in das Gewässer nach den Wassergesetzen unzulässig ist. Hier müssen die Länder tätig werden, wenn diese Alternative angewendet werden soll. Die Farbindustrie hat sich auf diese Alternative schon eingestellt und bietet biozidfreie sehr harte Unterwasseranstriche an.

Wolfgang Hertel,

Umweltobmann im TSC, Dezember 2014

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